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Hier zeigen wir ihnen wie sie häufige Fehler beim 3D-Druck korrigieren und vermeiden. Bitte beachten Sie dass manche Fehlerursachen am 3D-Drucker selber behoben werden müssen und wir hier nur auf den Ender 3 (Creality CR-10) eingehen. Generell lässt sich das Vorgehen jedoch auf jeden beliebigen FDM-Drucker übertragen.

Fehler

Ursache(n)

Abhilfe

Wrapping:

Der Druck löst sich vom Heizbett und verbiegt sich

Der Druck sollte eigentlich plan auf dem Bett liegen, jedoch hat er sich zum Teil gelöst und verbogen. Hier wurde mit PETG gedruckt, welches sich aufgrund einer zu niedrigen Betttemperatur gelöst hat.

Das Filament zieht sich beim Abkühlen zusammen und somit verliert der Druck an Haftung und verändert leicht seine Form.

Falsch geleveltes Bett, zu großer Abstand zwischen Nozzle und Bett

  • verringern des Abstandes zwischen Bett und Nozzle
  • Heizbett-Temperatur erhöhen
  • Heizbett reinigen (vorallem Fettrückstände von Fingerabdrücken können zum Problem werden)
  • die Option Print-Cooling im Slicer ausschalten
  • den Drucker in einem gut beheizten Raum verwenden
  • Druckunterlage wechseln (z.b. Blue Scotchtape)

Hinweis: bei ABS lässt sich das Wrapping nicht vermeiden, idealerweise sollte der Raum um den Drucker dieselbe Temperatur haben wie das Druckbett selbst.

Wichtig für Neueinsteiger: Es reicht nicht einmal alle 4 Bedlevelschrauben per Din A4 Blatt anzupassen, da bei jeder Anpassung alle Ecken des Betts ihre Höhe verändern. Folgendes Vorgehen garantiert ein gut geleveltes Bett:

  1. Alle 4 Ecken der Reihe nach anpassen(vorne links, vorne rechts, hinten rechts, hinten links; Abstand zwischen Nozzle und Bett sollte c.a. eine Papierblatt Dicke betragen (Dickes Druckerpapier, kein Blockpapier)
  2. Ecken diagonal anpassen (vorne links, hinten rechts, hinten links, vorne rechts)
  3. Abstand in der Mitte des Betts prüfen, gegebenfalls alle 4 Schrauben gleichmäßig anpassen.

Die Nozzle darf das Bett nicht berühren wenn sie von Ecke zu Ecke gezogen wird. Falls das Druckbett verbogen ist (z.b. leichte Delle) sollte der Drucker so eingestellt werden, dass wenigstens in der Mitte der Abstand zwischen Nozzle und Bett passt. Bei größerem Druck welcher in die Ecken geht kann es dann dazu kommen, dass der Abstand zu groß oder zu klein ist. Das Bett darf außerdem kein Spiel haben (beim Ender 3 kann man dies beheben indem man die konzentrische Mutter anzieht, welche die Bettrollen in die Aluminimführung drückt (Nicht zu fest ziehen!).




Skipped Layers:

Die Wände des Modells sind nicht gleichmäßig (ausgelassene Schichten oder dickere Schichten)

Hier wurde die Z Achse nicht genug angehoben und die neue Schicht in die vorherige hineingedruckt, was zu einer dickeren Schicht führte und einer unschönen Linie im Druck.

Die Z-Achse hebt sich nicht immer um die eingestellte Schichtdicke

  • Reinigung der Z-Achsen-Gewindestange
  • Anpassung der Schrauben an der Kupplung zwischen Z-Stepper-Motor und Gewindestange (die Gewindestange darf nicht in der Kupplung rutschen und nicht schief sitzen)
  • Befestigung des Z-Achsen-Motors prüfen (der Motor muss fest mit dem Rahmen verbunden sein und darf nicht schief sitzen)
  • Ölen/Fetten der Stange

Hinweis: bei manchen Druckern (z.b. Ender 3) gibt es an der Aufhängung, welche in der Gewindestange läuft zwei Schrauben, die den Druck auf die Gewindestange regulieren. Diese sollten weder zu fest noch zu locker sein und müssen nach Gefühl eingestellt werden. Eine ausgelassene Schicht kann auch ein Indiz für Under-Extrusion sein, siehe weiter unten.



Stringing:

Der Druckkopf zieht Fäden wenn er eine Leerfahrt macht

Das Filament in der Nase dehnt sich durch die Erhitzung nach wie vor aus und zieht somit Fäden auch wenn der Extruder kein neues nachfördert

  • die Option Retraction im Slicer aktivieren (zieht das Filament vor einer Leerfahrt zurück)
  • die Retraction-Distance erhöhen (4-5mm)
  • die Drucktemperatur etwas verringern (~5°C) jedoch nicht die vorgeschriebene Drucktemperatur unterschreiten!
  • Z-Hop aktivieren (der Druckkopf wird vor einer Leerfahrt angehoben)
  • Print Cooling aktivieren
  • Coasting aktivieren (möglicherweise nur in CURA vorhanden, Filamentflow wird kurz vor Travel aber noch in eigentlicher Druckbahn gestoppt und somit wird der letzte Abschnitt mit herausquellendem Filament gedruckt)

Hinweis: bei feucht gewordenem Filament oder Filament mit mangelhafter Qualität kann es zu starkem stringing kommen was sich kaum vermeiden lässt.



Under-Extrusion:

In den Wänden des Drucks fehlt Druckmaterial oder es wird gar kein Material mehr ausgestoßen.

(Links: Druck mit rutschendem Extruder Gear, Rechts: Druck mit neuem Edelstahl Extruder Gear, außer dem Extruder Gear wurde nichts verändert)


Hier wurde während des Drucks die Filamentzufuhr durch kleinere Partikel die die Nase verstopften gestört. Durch den aufgebauten Druck und die Hitze hat sich das Problem jedoch wieder selber behoben. Dies lässt sich mit einem Filamentfilter vermeiden.

Es ist dem Drucker nicht möglich konstant die richtige Menge Filament abzugeben. Dies kann mehrere Ursachen haben wie z.b. eine verstopfte Nozzle, ein schlecht gewickeltes Filament oder ein verschmutztes Extruder-Zahnrad.


Hinweis: einer unserer Ender 3 wurde mit einem stumpfen Extrudergear geliefert welches durch ein Edelstahlextrudergear von Amazon ersetzt wurden musste. Beim Kauf sollte darauf geachtet werden, dass das neue Zahnrad die richtigen Dimensionen (Innen- & Außendurchmesser) besitzt und außerdem 2 Madenschrauben besitzt (eine greift in die Nut der Steppermotorwelle und die andere dient zur Sicherung gegen Vibrationen)


Vorsicht beim Druck mit FLEX/TPU Filament: Durch die Biegbarkeit/Kompressionsfähigkeit des Filaments kann es dazu kommen, dass sich eine Schlaufe direkt nach dem Extruder Gear bildet oder das Filament gedehnt oder gequetscht wird und kein weiteres Filament in das Hotend gefüttert wird. Insbesondere Bowden Extruder Systeme sind davon betroffen.

  • reibungslose Abwicklung des Filaments überprüfen
  • Extruderzahnrad reinigen wenn es am Filamentfaden rutscht, stumpfe Extruderzahnräder müssen getauscht werden!
  • Druckernase reinigen: wenn sich kleine Staubpartikel in der Nozzle ansammeln und den Durchfluss blockieren gibt es zwei Möglichkeiten diese zu reinigen:
    1. Coldpull: Hierbei wird die Nozzle nur soweit erhitzt, dass das Filament in der Nozzle zäh wird(bei PLA 100°C, bei ABS 120°C). Nun wird das Filament mit einem kräftigen Ruck aus dem Drucker gezogen (stellen sie dabei sicher dass sie die Vorrichtung zum Wechseln des Filaments betätigen und den Drucker nicht beschädigen). Am herrausgezogenen Ende des Filaments sollten sich kleinere Schmutzpartikel befinden. Jetzt wird das verschmutzte Stück abgeschnitten und das Filament wieder ganz normal in den Drucker eingeführt (Nozzle auf Filamenttemperatur heizen!). Nun kann die Nozzle wieder herrunter gekühlt werden. Dieser Vorgang sollte 2-3mal wiederholt werden.
    2. Nadel: Bei vielen Druckern wird eine dünne Nadel mitgeliefert um die Nozzle zu reinigen. Stellen sie vor der Reinigung sicher, dass die Nozzle auf Filamenttemperatur vorgeheizt ist und die Nadelspitze sauber ist.
  • Bei Problemen mit FLEX/TPU: Retraction komplett ausschalten, Druckgeschwindigkeit verringern (~30mm/s), Print Cooling ausschalten, Extruder Gear reinigen, für Drucker mit Direct Drive gibt es spezielle Extruder für FLEX/TPU. Leerfahrt/Travel vermeiden

Hinweis: um eine Verstopfung der Nozzle vorzubeugen gibt es auf Thingiverse Filamentfilter welche ausgedruckt werden können und mithilfe eines kleinen Schwammes das Filament von Schmutzpartikeln reinigen während es in den Drucker gezogen wird.



Ghosting:

In den Wänden des Drucks finden sich ungewollte Muster oder schwammige Kanten und Ecken

Das Wellenartige Muster entstand durch eine hohe Druckgeschwindigkeit. Der Drucker gerät in Schwingung bei Richtungswechseln und diese Schwingung wird somit auf die nachfolgenden Wände projiziert.

Der Drucker kann durch ruckartige Richtungswechsel in Schwingung geraten und somit keine klaren Linien mehr drucken. Dies kann z.b. an einer losen Unterlage, lockeren Rahmenschrauben oder mangelhaft gespannten Zugbändern liegen.

  • den Drucker auf festen Stand überprüfen, der Drucker darf sich nicht bewegen wenn sie an ihm wackeln, dies gilt auch für seine Unterlage (z.b. Regal oder Tisch)
  • die Zuggummibänder der X und Y Achse auf Strammheit überprüfen
  • Leichtgängigkeit des Betts und des Druckkopfs prüfen
  • Druckgeschwindigkeit und Druckbeschleunigung verringern (im Slicer)
  • Druckerrahmen auf Spiel überprüfen und ggf. Schrauben nachziehen

Hinweis: komplett schwingungsfrei lässt sich mit FDM Druckern aufgrund der Natur ihrer Materialien nie drucken, jedoch können Schwingungen soweit reduziert werden, dass sie mit dem Auge nicht mehr wahrnehmbar sind.

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