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Energieverluste, engl.: energy loss


Bevor die Primärenergie vom Energieversorger als Endenergie im Unternehmen zur Nutzung bereit gestellt werden kann, muss sie zunächst häufig umgewandelt und dann verteilt werden. Dabei entstehen die Umwandlungs- und Verteilverluste durch Transport und Speicherung (vgl. Abbildung 1). In der Betriebspraxis besteht eine Vielzahl an energetischen Verlustarten wie Überdimensionierung, ineffiziente Wege und Verfahrweisen von Betriebsmitteln oder Stand-by-Verluste, die Auswirkungen auf den Energiebedarf / Energieverbrauch und das energetische Verhalten eines Betriebs haben. Diese Verluste gilt es bei der Auslegung der Versorgungsanlagen, der Infrastruktur und der Betriebseinrichtung sowohl zu berücksichtigen als auch zu minimieren. [1, S. 15] Weiterhin können auch betriebsinterne Verluste bei der Energieumwandlung und verteilung entstehen. Die Effizienzverluste sind technisch-physikalischer Natur, denn nur ein gewisser Anteil der bereitgestellten Endenergie kann in Arbeit umgesetzt werden, während der Rest direkt als Abwärme dissipiert. Das Verhältnis von umgesetzter Arbeit und eingesetzter Endenergie wird technisch durch den Wirkungsgrad beschrieben. Damit gibt der Wirkungsgrad auch die Energieeffizienz von Anlagen oder Systemen wieder, weil dieser das Verhältnis oder eine andere quantitative Beziehung zwischen einer erzielten Leistung und der eingesetzten Energie [2] wiedergibt. [3, S. 45] Einen weiteren aber indirekten Verlust an Energie während der betrieblichen Nutzung stellt die fehlende Energierückgewinnung von der verwendeten Endenergie dar, denn damit können die Effizienzverluste neben einer Steigerung der Wirkungsgrade auch durch Energierückgewinnung, z. B. durch Nutzung der Abwärmepotenziale für andere Prozesse oder Rückspeisung von Bremsenergie statt Abgabe als Wärme über Bremswiderstände, reduziert werden.



Abb. 1: Energieverluste innerhalb einer Energiekette, in Anlehnung an [3]



Quelle

[1] Haag, H.: Eine Methodik zur modellbasierten Planung und Bewertung der Energieeffizienz in der Produktion. Dissertation. Stuttgart: Universität Stuttgart, Institut für Industrielle Fertigung und Fabrikbetrieb der Fakultät für Konstruktions-, Produktions- und Fahrzeugtechnik. 2013.

[2] DIN EN ISO 50001:2011-12: Energiemanagementsysteme - Anforderungen mit Anleitung zur Anwendung. DIN Deutsches Institut für Normung e. V. Berlin: Beuth.

[3] Erlach, K.: Energiewertstrom - Steigerung der Energieeffizienz in der Produktion. In: Neugebauer, R. (Hrsg.): Handbuch Ressourcenorientierte Produktion. Carl Hanser, München Wien: 2013. S.41-63.

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