Page tree
Skip to end of metadata
Go to start of metadata

Informationssystem, engl.: information system


Unter einem Informationssystem ist die Gesamtheit der Arbeitsmittel und des Personals in einem Betrieb zu verstehen, die dem Informationsfluss in einem Kommissioniersystem dienen. Eine Komponente ist das Informationselement, d.h. diejenige Information, die zur Durchführung der zum Kommissionieren notwendigen Materialflussvorgänge erforderlich ist. Dabei werden grundsätzlich die Elemente Kommissionierliste, Auftrag und Position benötigt.

Eine vollständige Aufzählung aller denkbaren Konzepte für Informationssysteme zeigt Abb. 1.


Abb. 1: Realisierungsmöglichkeiten eines Informationssystems [1]



Das Informationssystem setzt sich aus den vier chronologisch ablaufenden Vorgängen Auftragserfassung, Auftragsaufbereitung, Weitergabe und Quittierung zusammen.


Inhaltsverzeichnis

  • 1 Auftragserfassung
  • 2 Auftragsaufbereitung
  • 3 Weitergabe
  • 4 Quittierung
  • 5 Quelle


Auftragserfassung

Die Auftragserfassung umfasst alle administrativen Aktivitäten beim Lieferanten, nachdem der Auftrag dort durch den Kunden eingegangen ist. Die Auftragserfassung wird v.a. von der Anzahl der Vorgänge pro Zeiteinheit und der Gesamtdurchlaufzeit des Auftrags bestimmt. Die Auftragserfassung kann nach verschiedenen Automatisierungsstufen unterschieden werden.

  • manuell

Der Auftrag wird telefonisch oder schriftlich übermittelt und anschließend werden die Auftragsdaten in ein internes Auftragsformular übertragen. Eine manuelle Erfassung ist nur bei einer geringen Anzahl von Aufträgen sinnvoll.

  • manuell/automatisch

Die Daten werden manuell über Barcode erfasst und automatisch in ein EDV-System mit automatischer Erstellung des Auftragsformulars übertragen. Dies wird bei vielen Aufträgen pro Zeiteinheit und bei begrenzten Bearbeitungszeiten angewandt.

  • automatisch

Die automatische Auftragserfassung wird über eine Online-EDV-Verbindung zwischen dem Kunden und dem Lieferanten abgewickelt. Dies erfolgt v.a. bei vielen Aufträgen pro Zeiteinheit und bei begrenzten Bearbeitungszeiten.


Auftragsaufbereitung

Unter Auftragsaufbereitung werden alle administrativen Aktivitäten beim Lieferanten verstanden, die sich nach der Auftragserfassung und vor der Weitergabe der Auftragsdaten ergeben, z.B. die Komplettierung der für die Kommissionierungerforderlichen Daten. Die Auftragsaufbereitung erfolgt als:

  • Teilauftrag

Aufteilung eines Auftrags durch terminliche oder betriebsinterne Zwänge, Zonenbildung, Nachlieferungsaufträge, Volumen- oder Gewichtsabhängigkeiten.

  • Einzelauftrag

Der Durchlauf wird in unveränderlicher Struktur durchgeführt.

  • Auftragsgruppen

Gleiche Auftragspositionen werden zu einem Kommissionierauftrag zusammengefasst und in einer zweiten Stufe wieder zu den ursprünglichen Aufträgen sortiert (siehe mehrstufige Kommissionierung). Gründe dafür sind ein geringes Artikelsortiment, eine hohe Zugriffshäufigkeit pro Artikel, etc..

  • überhaupt nicht ("keine")

Die Aufträge werden direkt bei der Erfassung an die Kommissionierung weitergegeben. Es ist nur im Fall einer engen Zusammenarbeit zwischen dem Kunden und dem Lieferanten möglich, da die Aufträge schon von der Kundenseite in der für die Kommissionierung benötigten Form aufgearbeitet werden müssen.

Außerdem kann die Auftragsaufbereitung nach dem Automatisierungsgrad unterschieden werden:

  • manuell

Wenn die Durchlaufzeit eines Auftrags nicht entscheidend ist, wird der Auftrag manuell aufbereitet.

  • manuell/automatisch

Die Daten werden mit EDV erfasst. Dies wird angewandt, wenn eine schnellere Bearbeitung der einzelnen Auftragspositionen von Bedeutung ist.

  • automatisch

Die Aufträge werden mit den in der EDV vorgegebenen Parametern (Belastungsmöglichkeiten, verfügbarer Bestand, Systemkapazitäten, Auslieferungsstellen) erstellt. Für diese höchste Automatisierungsstufe ist ein durchgängiger Rechnereinsatz nötig.



Abb. 2: Elemente eines Informationssystems

Weitergabe

Die Weitergabe ist die Übermittlung der Auftragsinformation (siehe Abb. 2) in der erforderlichen Form an den Lager- bzw. Kommissionierbereich. Die Weitergabe kann in zwei Arten unterteilt werden:

Darunter fällt die Kommissionierung mit Einzelbelegen, die Kommissionierliste, die manuell oder in der EDV erstellt wird, oder die Etikettenkommissionierung.

Die Weitergabe erfolgt als:

  • Kommissionierung nach der Einzelpositionen, wenn eine geringe Verwechslungsgefahr gefordert ist.
  • Kommissionierung mit gleichzeitiger Vorgabe mehrerer Positionen, um dem Kommissionierer die Chance zur individuellen Optimierung zu geben.

Bei der Weitergabe spielt die Ergonomie der Positionsanzeigen eine wesentliche Rolle.


Quittierung

Unter Quittierung wird die Bestätigung der Entnahme bei einem Kommissioniervorgang oder die Informationseingabe über eventuell von der Vorgabe abweichende Entnahmen verstanden. Die Quittierung erfolgt (je nach der erwarteten Fehlerwahrscheinlichkeit):

  • je Entnahmeeinheit: Die Entnahmeeinheit kann sowohl aus einer als auch aus mehreren Positionen bestehen. Sie bietet die höchste Sicherheit.
  • je Position: Dies ist weniger zeitintensiv.
  • für alle Positionen: Über eine getrennte Vollständigkeitskontrolle kann die Qualität gesteigert werden.

Die Durchführung der Quittierung lässt sich weiterhin nach dem Automatisierungsgrad unterscheiden:

  • manuell: Abhaken auf der Kommissionierliste bzw. auf dem Etikettenaufkleber (bei einfachen Kommissioniersystemen)
  • manuell/automatisch: Der Barcode wird mittels Scanner und direkter Weitergabe an ein EDV-System erfasst.
  • automatisch: Bei einer hohen, geforderten Kommissionierleistung wird ein Identifikationssystem in die Fördertechnik integriert.


Quelle

[1] VDI : VDI Richtlinie 3590 3. Ausgabe, 2005.

  • No labels
Write a comment…