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Kommissionierung mit mobilen Datenterminals, engl.: order picking with mobile data terminals


Bei der Kommissionierung mit mobilen Datenterminals handelt es sich um eine beleglose Kommissionierung, bei der dem Kommissionierer alle nötigen Daten (z.B. Lagerplatz, Artikel, Entnahmemenge und Auftragsnummer) über kleine, mobile Datenterminals angezeigt werden.


Inhaltsverzeichnis

  • 1 Funktionsweise
  • 2 Systemarten
  • 3 Einsatzbereiche
  • 4 Vorteile
  • 5 Nachteile
  • 6 Kosten
  • 7 Quellen


Funktionsweise

Der Kommissionierer schaltet sein Gerät ein und meldet seine Bereitschaft an. Das System teilt ihm den nächsten, zur Ausführung vorgesehenen Auftrag mit und zeigt ihm alle notwendigen Artikeldaten (z.B. Lagerplatz, Artikel, Auftragsnummer) im Display an. Welche Daten und Arbeitshinweise bereitgestellt werden, hängt von arbeits- und branchenspezifische Randbedingungen ab. Im Folgenden wird davon ausgegangen, dass in das mobile Datenterminal ein Scanner integriert ist. Bereits bei der Abholung des Sammelbehälters kann es nötig sein, diesen zu scannen. Ist der Kommissionierer am Lagerplatz angekommen scannt er diesen und bei der Entnahme auch die Artikelnummer (nur einen Artikel oder jeden einzelnen Artikel). Bei der Verpackung können die Artikel erneut gescannt werden. Durch das Scannen wird eine Falschkommissionierung nahezu ausgeschlossen. Allerdings erhöht sich mit jedem Schritt, der gescannt werden muss, der Zeitaufwand


Systemarten

Es gibt zwei Arten von Systemen:

  • Im Offlinebetrieb lädt sich der Kommissionierer den nächsten Auftrag über eine Infrarotverbindung oder Ladestation auf sein MDT. Dieses System arbeitet nicht in Echtzeit und somit erfolgt die Nachschubanforderung ebenso wie die Weitergabe von Korrekturen ans WMS, die am Lagerplatz ins MDT eingegeben werden, erst nach Abschluss des Auftrags. Die Ladevorgänge führen zu Zeitverlusten.
  • Im Onlinebetrieb kann der Fortschritt der Kommissionierung jederzeit in Echtzeit eingesehen werden. Ein Onlinebetrieb ist unerlässlich bei stark schwankendem Auftragsvolumen für die direkte Einsatzsteuerung des Personals.



Einsatzbereiche

  • mittlere Sortimente
  • mittlerer Durchsatz
  • flexibler Lageraufbau
  • hohe geforderte Qualität (mit Scanner)



Abb. 1: Kommissionierung mit mobilen Datenterminals (Grafik: Lehrstuhl fml)




Vorteile

  • belegloses System
  • Reduzierung der unproduktiven Zeitanteile
  • Einsparen von Drucker, Papier
  • Ein online-System ist in Echtzeit an das WMS gekoppelt (stets aktueller Bearbeitungsstand, Korrekturen vor Ort, …).
  • Fehlerquote kleiner 0,40% mit Scanner, kleiner 0,70% ohne Scanner [2]
  • Durch den Wegfall von Medienbrüchen sinkt die Fehlerrate.
  • Einsatz in mehreren Lagerbereichen und mehreren Kommissionierzonen möglich
  • Erhöhung der Flexibilität, z.B. für Eilaufträge
  • am Markt erprobtes System
  • voraussichtlich in den nächsten Jahren gleichbleibenden Preise



Nachteile

  • hoher Zeitaufwand durch das Scannen vieler Schritte
  • Der Kommissionierer wird in seiner Leistung durch das Halten des Geräts bei der Tastatureingabe eingeschränkt.
  • Das Lesen der Displayanzeige ist zeitaufwendig.
  • Es ist nicht sichergestellt, dass der richtige Barcode gescannt wird (z.B. falsches Lagerfach).
  • Bei hoher Dynamik im Pickbereich geraten Kommissioniersysteme mit MDT sehr schnell an ihre Grenzen.
  • Die statische Auftragsweise der Kommissionierung beim Offline-Modus führt zu längeren Reaktionszeiten.



Kosten

Der Vergleich von verschiedenen Handterminals zeigt, dass der Durchschnittspreis zwischen 1.000 bis 2.000 Euro liegt. Die MDT sind aber nur eine Komponente des Systems. Es entsehen noch Fixkosten wie die Anbindung an das WMS, die Funkinfrastruktur etc., die mit 10.000 - 20.000 Euro veranschlagt sind, dazu sind mit 5.000 - 6.000 Euro pro Benutzer zu rechnen [1].



Quellen

[1] Spee, D.: Bewertung und Optimierung von Kommissioniersystemen, München: DLA-Seminar 2006.

[2] Lolling, A.: Analyse der menschlichen Zuverlässigkeit bei Kommissioniertätigkeiten, Aachen: Shaker Verlag 2003.

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