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Materialflusssystem (Kommissionierung), engl.: material flow system


Das Materialflusssystem beschreibt innerhalb eines Kommissioniersystems die direkt am Entnahmeprozess beteiligten sowie die zu den vor- und nachgelagerten Prozessen gehörenden Systemelemente.

Abb. 1 zeigt die möglichen Realisierungsmöglichkeiten zu den einzelnen Vorgängen in einem Materialflusssystem.


Abb. 1: Morphologischer Kasten zum Materialflusssystem nach [1]


Inhaltsverzeichnis

  • 1 Fortbewegung
  • 2 Bereitstellung
  • 3 Entnahme
  • 4 Abgabe
  • 5 Rücktransport
  • 6 Beispiel
  • 7 Quelle


Fortbewegung

Unter Fortbewegung werden folgende Transportprozesse verstanden:

  • Transport der Güter auf der Bereitstelleinheit
  • Bewegung des Kommissionierers mit der Sammeleinheit
  • Rücktransport der angebrochenen Ladeeinheiten auf der Bereitstelleinheit

Diese Prozesse unterscheiden sich nach der räumlichen Fortbewegung und hinsichtlich des Automatisierungsgrades.


Bereitstellung

Die Bereitstellung der Artikel erfolgt auf der Bereitstelleinheit und lässt sich nach folgenden Kriterien bewerten:

Im Gegensatz zu einer ungeordneten bedeutet eine geordnete Bereitstellung eine Positionierung der Artikel bevor bzw. nach dem Vorgang in räumlich definierter Form, z.B. auf einer Palette gestapelte Kartons.

  • zentrale/dezentrale Bereitstellung:

Bei einer zentralen Bereitstellung gibt es nur einen festen Bereitstellort. Bei einer dezentralen Bereitstellung kann es an verschiedenen Orten Bereitstelleinheiten geben.


Entnahme

Die Entnahme ist die Übernahme der Teile aus der Entnahmeeinheit in der Bereitstellung durch den Kommissionierer. Sie lässt sich durch folgende Punkte unterscheiden:

Automatisierungsgrad: manuell oder automatisch  Teile im Zugriff: ein Teil pro Zugriff oder mehrere Teile pro Zugriff

Die Anzahl der Teile im Zugriff kann ein wesentlicher Faktor bei der Leistungsbewertung eines Kommissioniersystems sein. Höhere Leistungen können z.B. durch einen Roboter mit Mehrfachgreifer oder einen Menschen, der mehrere Teile gleichzeitig greifen kann, erreicht werden.



Abgabe

Bei der Abgabe gelten die gleichen Kriterien wie für die Bereitsstellung. Bei einer zentralen Abgabe gibt es nur einen Übergabe- oder Sammelplatz, an dem der Kommissionierer die Sammeleinheit abgeben kann. Bei einer dezentralen Abgabe kann er dies an mehreren Punkten tun, z.B. wenn die Abgabe auf einen Rollenförderer direkt am Entnahmeort erfolgt.



Rücktransport

Wenn nicht die komplette Ladeeinheit entnommen wurde, muss diese nach der Entnahme wieder in das Lager zurücktransportiert werden. Dies ist nur bei einer Kommissionierung nach dem Prinzip Ware zum Mann nötig.


Beispiel


Abb. 2: Beispiel für ein Kommissioniersystem


Abb. 2 zeigt ein Kommissioniersystem, das in zwei Zonen eingeteilt ist.

Das Materialflusssystem der Kommissionierzone 1 kann folgendermaßen eingeteilt werden: Fortbewegung des Kommissionierers:

Der Kommissionierer schiebt den Kommissionierwagen von Gang zu Gang durch das Lager (eindimensional mit Gangwechsel).

Bereitstellung: Die Artikel lagern statisch und geordnet im Regal. Es können gleiche Artikel in verschiedenen Lagerplätzen liegen (dezentral).

Entnahme: Der Kommissionierer entnimmt die Artikel manuell.

Abgabe: Die Abgabe erfolgt zentral und geordnet auf einen Rollenförderer.

Rücktransport: Es findet kein Rücktransport der Ladeeinheit statt.

Das Materialflusssystem der Kommissionierzone 2 lässt sich so beschreiben:

Fortbewegung des Kommissionierers: Der Kommissionierer arbeitet an einem stationären Arbeitsplatz. Es findet keine Fortbewegung statt.

Bereitstellung: Die Entnahmeeinheit wird über Fördertechnik dynamisch zum Kommissionierarbeitsplatz gebracht. Dies ist der einzige und somit zentrale Bereitstellort, an dem der Kommissionierer die geordneten Artikel aus dem Behälter entnimmt.

Entnahme: Der Kommissionierer entnimmt die Artikel manuell.

Abgabe: Die Abgabe erfolgt zentral und geordnet auf einen Rollenförderer.

Rücktransport: Nach der Entnahme wird die Ladeeinheit automatisch auf den Lagerplatz zurücktransportiert.


Quelle

[1] VDI : VDI Richtlinie 3590 3. Ausgabe, 2005.

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